Aktuelles


Informationen vom BayPE
(Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.):

>> Einladung zum Kleinen Selbsthilfetag am 9. Oktober 2021 in Hof


Informationen vom ApK Bayern:

Corona-Impfung: Psychische Erkrankungen nun in Priorisierung 2 aufgenommen

Gestern gab es eine Entscheidung, von der viele Ihrer psychisch erkrankten Angehörigen betroffen sein werden. Im Stufenplan der STIKO zur Priorisierung der COVID-19-Impfung „sollen Personen mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung – anders als bisher- mit hoher Priorität bei den Schutzimpfungen berücksichtigt werden. In der „Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2) vom 8. Februar 2021 sind diese in § 3 (Schutzimpfungen mit hoher Priorität unter Ziffer 2c näher benannt: „Personen mit einer Demenz oder einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwerer Depression.

Somit sind sie nun in der Priorisierung von Stufe 3 in Stufe 2 nach vorne gerutscht.

Nachweis per Attest

Es wird allerdings für Personen mit Vorerkrankungen in den Priorisierungsgruppen zwei und drei ein ärztliches Zeugnis zur Vorlage im Impfzentrum benötigt. Dieses brauchen alle Personen, die nicht bereits aufgrund ihres Alters (über 70 Jahre) zu dieser Priorisierungsgruppe gehören. Der Arzt muss auf diesem Attest keine Details angeben! Eine formlose Bescheinigung, dass eine Erkrankung im Sinne von Paragraf 3 Ziffer 2 der Coronoavirus-Impfverordnung besteht reicht aus.

Behandelnde Ärzte müssen dieses Attest den Patienten kostenfrei ausstellen und auf Wunsch per Post zusenden. Es reicht also ein Anruf bei der Praxis an, um dieses Attest zu erhalten!Dieses Attest wird aber nicht schon bei der Anmeldung benötigt, sondern erst beim Impftermin. Dennoch empfiehlt sich eine frühzeitige Anforderung beim Arzt.

Wir empfehlen die online-Registrierung unter https://impfzentren.bayern Dort kann man sich unkompliziert anmelden und gibt seine Vorerkrankungen an und wird somit der richtigen Priorisierungsgruppe zugeordnet.

Unter www.corona-schutzimpfung.de finden Sie immer aktuelle Informationen des Bundesgesundheitsministeriums. Erkundigen können Sie sich auch telefonisch beim Patientenservice unter der Nummer 116 117.

Viele psychisch erkrankte Menschen werden Unterstützung brauchen, um an einen Impftermin zu kommen. Wir hoffen, Ihnen mit dieser Information zumindest weitergeholfen haben und wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Anmeldung für einen Impftermin – sofern Sie das wünschen.
Bleiben Sie gesund!


Aufbau Beschwerdestellen (upB) in Bayern

Wir informierten Sie bereits in unbeirrbar darüber, dass in Bayern der flächendeckende Aufbau von psychiatrischen Beschwerdestellen (upB) in Planung ist. Der Landesverband Bayern war im letzten Jahr maßgeblich in die Erarbeitung einer entsprechenden Förderrichtlinie eingebunden. Zum 01. Januar 2021 ist die Förderrichtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege zur „Förderung zur Errichtung, Aufrechterhaltung und zum Betrieb unabhängiger psychiatrische Beschwerdestellen“ in Kraft getreten.

Diese finden Sie hier.

Ein erster Schritt ist damit gemacht: Es ist geklärt, wer für die Finanzierung zuständig ist und welche Kosten förderfähig sind!

In einem zweiten Schritt müssen Personen gefunden werden, die sich zur ehrenamtlichen (!)Mitwirkung am Aufbau und Betrieb von upB’s bereit erklären. Die Förderrichtlinie sieht für diese ehrenamtliche Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung von maximal 1.000 Euro pro Person und Kalenderjahr vor.

Und da kommen nun Sie ins Spiel: Laut 4.2 der Förderrichtlinie sind nur Beschwerdestellen förderfähig, die folgendes Kriterium erfüllen: „Die upB oder mindestens eine der für sie ehrenamtlich tätigen Personen ist Mitglied einer der bayerischen Verbände der organisierten Selbsthilfe psychisch kranker Menschen oder deren Angehöriger, wie insbesondere dem Bayerischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) und dem Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (LApK).“

Weil wir als Verband am Aufbau der upB’s großes Interesse haben, würden wir uns sehr über die Beteiligung unserer Mitglieder freuen. Sie würden dabei eine wichtige Aufgabe zur Unterstützung von psychisch erkrankten Menschen und deren Angehörige übernehmen. Sie könnten sich über diesen Weg engagieren um Defizite in der Versorgung kennenzulernen und zu deren Beseitigung beizutragen. Sie müssen erst einmal keine Sorge haben, mit der Aufgabe überfordert zu sein, denn die Förderrichtlinie sieht eine vorbereitende Schulung zu den Bereichen Recht, Förderwesen, Psychiatrie, Sozialarbeit, kommunale Versorgungsstrukturen, Kommunikation und Beratungstätigkeit vor. Somit ist eine Vorbereitung und Einarbeitung in die Tätigkeit gewährleistet. Eine gute Chance für Sie als Angehörige, einen umfassenden Einblick zu erhalten.

Für den Aufbau der Beschwerdestellen in den einzelnen Regierungsbezirken sind die Psychiatriekoordinatoren der Bezirke zuständig. Wenn Sie sich für eine Mitarbeit beim Aufbau und beim Betrieb einer upB in Ihrem Regierungsbezirk interessieren, können wir gerne den Kontakt herstellen. Für den Landesverband ist unsere 2. Vorsitzende Angelika Herrmann Ihre Ansprechpartnerin zum Thema upB.  Frau Herrmann ist selbst schon seit einigen Jahren tätig bei der upB in München und ist maßgeblich in die Konzeptionierung der Schulungsangebote für künftige Mitarbeiter*innen der Beschwerdestellen eingebunden.

Kontaktieren Sie Frau Herrmann bitte über die E-Mail Adresse: angelika.herrmann@gmx.de. Sie steht an der Tätigkeit interessierten Angehörigen für Fragen zur Verfügung.

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich in den verschiedenen Regionen Bayerns Angehörige in den Beschwerdestellen engagieren würden. Beschwerdestellen sind ein wesentlicher Baustein im Bereich Selbsthilfe und psychiatrischer Versorgung.